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99 Jahre internationaler Frauentag

Seit nunmehr 99 Jahren steht der Frauentag für Frieden, Gleichberechtigung, Arbeitsschutz, Achtstundentag und Mindestlohn. Wir wissen, dass diese Themen auch heute an Aktualität nicht verloren haben.

In der Arbeitswelt sind sog. „Frauenberufe“ schlechter entlohnt als männerdominierte Berufe. Prekäre Beschäftigung trifft Frauen häufiger und weite Teile gesellschaftlich notwendiger Arbeit, wird durch Frauen unbezahlt erledigt. Hinzu kommt die alltägliche Reduktion vieler Frauen auf ihr Äußeres. Unsere Gesellschaft ist weit von einer wirklichen Gleichstellung und antisexistischer Praxis entfernt. Umso wichtiger ist es für uns, über die Entstehung und die Bedeutung dieses Tages nachzudenken. Der internationale Frauentag ist ein wesentlicher Teil der Geschichte der Arbeiter_innenbewegung und  ein Zeichen für Emanzipation und dem Kampf um Gleichberechtigung.

Nach der Abschaffung des Frauentags im Dritten Reich wurde mit dem Datum im geteilten Deutschland unterschiedliche  umgegangen.  War der Frauentag in der DDR nach 1948 zum Anfang emanzipatorisch geprägt, wurde der Tag in den Achtzigern mehr zu einer festlicher und weniger ideologischen Veranstaltung. In der BRD gewann  der 8.März erst durch feministische Gruppen der späten 60er Jahre wieder an gesellschaftliche Bedeutung.

Als sozialistischer Jugendverband besinnen wir uns darauf, dass Feminismus kein Randthema ist, sondern unsere politische Praxis kontinuierlich begleitet. Der 8. März stellt damit für uns ein Datum dar, an welchem wir unsere feministische und antisexistische Verbandspraxis messen wollen.


Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeit in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.“ Clara Zetkin

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Pressemitteilung: 24 Jahre Brot und Rosen! – 99 Jahre Frauentag

Die Linksjugend [’solid] erklärt anlässlich des internationalen Frauentags:

Am 19. März 1911 wurde zum ersten Mal der „internationale Frauentag“ gefeiert, als Ergebnis der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz. Die Verlegung der Feierlichkeiten auf den 8. März erfolgten im Jahr 1921 zum Gedenken der Arbeiter-, Soldaten und Bauernfrauen, welche an diesem Tag durch ihren Streik in Sankt Petersburg die Februarrevolution in Russland auslösten.

Seither ist der 8.März der wichtigste Feiertag der Frauenbewegung. Schon die Entstehungsgeschichte zeigt wie sehr der Kampf für die Rechte der Frauen Hand in Hand geht, mit dem Ringen für eine neue gerechtere, soziale Gesellschaft. Und er hat bis heute nicht seine Bedeutung verloren.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern im beruflichen und alltäglichen Leben ist derzeit eine formale Theorie, die an ihrer eigenen Praxis scheitert. „Frauenberufe“ sind weiterhin schlechter bezahlt als männerdominierte Berufe. Prekäre Beschäftigung, unbezahlte Arbeit bestimmen den Alltag vieler Menschen. Prozentual sind Frauen aber häufiger davon betroffen als Männer. Oft sind sie finanziell schlechter gestellt und im Alltag unzähligen Diskriminierungen ausgeliefert.

„Der internationale Frauentag ist für uns mehr als ein Jahrestermin, der an fehlende Emanzipation und Diskriminierung erinnert“, erklärt Franziska Stier, Bundessprecherin Linksjugend [’solid].     Weiter sagt Franziska Stier dazu: „Vielmehr geht es darum sich seiner Wurzeln zu bewusst zu werden und sein eigenes sozialistisches und feministisches Profil auf den Prüfstand zu stellen. Die Forderungen Clara Zetkins nach Gleichbehandlung, Mindestlohn, Frieden und Mutter- sowie Kindesschutz sind in Zeiten der Wirtschaftskrise aktueller denn je. Laut UNICEF ist allein in Deutschland jedes sechste Kind von Armut bedroht und knapp 30% aller Frauen arbeiten in einem Niedriglohnbereich von dem sie sich nicht selbstständig versorgen können. Die Errungenschaften feministischer Bewegungen um Gleichstellung und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper sehen wir unter einer konservativen Familienministerin stark bedroht.“

Der 8. März muss noch deutlich weiter in das gesellschaftliche Bewusstsein getragen werden. Er symbolisiert wie wichtig es ist, weiter für eine Welt einzutreten, in welcher alle  Menschen unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung die gleichen unveräußerlichen Rechte und Chancen haben. Er ist auch Sinnbild dafür, dass der Kampf einzelner gesellschaftlicher Gruppen auch immer der Kampf ums Ganze sein muss. Die Ziele der Frauenbewegung können nur verwirklicht werden, wenn diese Ziele für alle Menschen errungen sind.

Die Linksjugend [’solid] gratuliert allen Frauen dieser Welt zu ihrem Feiertag!

Wenn wir zusammen gehen, kommt mit uns ein bessrer Tag.
Die Frauen, die sich wehren, wehren aller Menschen Plag. Zu Ende sei, dass kleine Leute schuften für die Großen. Her mit dem ganzen Leben Brot und Rosen!

James Oppenheim